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Samstag, 20. Januar 2018

Neues Buch von Edward Feser erscheint auf Deutsch



Wie der Verlag EDITIONES SCHOLASTICAE mitteilt, hat er die deutschsprachigen Übersetzungsrechte an dem erst kürzlich in den USA erschienen Buch Edward Fesers Five Proofs of the Existence of God erworben und lässt das Buch derzeit übersetzen. Die deutschsprachige Ausgabe mit dem Titel Fünf Gottesbeweise. Aristoteles, Plotin, Augustinus, Thomas von Aquin, Leibniz, wird voraussichtlich im Sommer diesen Jahres zu einem günstigen Verkaufspreis erscheinen (ich erwarte einen ähnlichen Preis wie für das soeben erschienene Buch in deutscher Übersetzung von John Lawrence Hill: Nach dem Naturrecht, also 27,90 Euro, da das Buch Fesers fast die gleiche Seitenzahl hat).

Der Titel des Buches von Edward Feser erinnert sofort an die „Fünf Wege“ Thomas von Aquins, die auch in diesem Blog vorgestellt wurden (und aktuell wieder vorgestellt werden), doch genau das ist nicht der Fall. Das Buch Fesers wendet sich fünf anderen Gottesbeweisen zu, von denen einer tatsächlich von Thomas von Aquin stammt, allerdings nicht direkt aus der Summa, sondern aus seiner Frühschrift Über das Sein und das Wesen. Die vier anderen Beweise gehen zurück auf Aristoteles, Plotin, Augustinus und Leibniz und Feser betont, dass er diese Beweise nicht in historischer Weise vorstellt, sondern nur in Anlehnung an diese Autoren und ansonsten in moderner Darstellung und v.a. sehr gut verständlich und einfach lesbar. Damit Sie bereits wissen, was Sie bei diesem Buch erwartet, habe ich die Einleitung übersetzt, die einen Überblick über das Buch gibt. Lesen Sie also hier die Einleitung zu Fünf Gottesbeweise. Aristoteles, Plotin, Augustinus, Thomas von Aquin, Leibniz.

Mittwoch, 10. Januar 2018

"Die fünf Wege" Thomas von Aquins: 2. Teil: Der Kausalbeweis

Mit Erlaubnis des Autors veröffentlichen wir in diesem Blog eine Artikelreihe zu den Gottesbeweisen Thomas von Aquins, die in der theologischen Zeitschrift THEOLOGISCHES erschienen ist. Bisher sind vier Beiträge erschienen. Wir werden diese in den kommenden Tagen und Wochen hier im Blog veröffentlichen. Der erste Gottesbeweis ist am 12. Dezember erschienen. Heute veröffentlichen wir den "zweiten Weg", den Beweis aus der Kausalität.


Donnerstag, 4. Januar 2018

Neuerscheinung zum Naturrecht



Eines der besten Bücher der vergangenen Jahre zum Naturrecht ist jetzt in deutscher Übersetzung erschienen. Wie bereits angekündigt, hat der Verlag editiones scholasticae die deutschsprachigen Übersetzungsrechte an dem Buch von John Lawrence Hill: After the Natural Law vom US-amerikanischen Verlag Ignatius Press erworben und das Buch inzwischen übersetzen lassen. Das Buch unter dem Titel Nach dem Naturrecht. Wie die klassische Weltsicht unsere modernen moralischen und politischen Werte fördert ist ab sofort lieferbar. Scholastiker hat das Buch bereits erhalten und ich möchte es Ihnen sehr gerne empfehlen. Das Buch ist gut, verständlich und flüssig geschrieben und informiert nicht nur über die Theorie des Naturrechts, sondern auch über die Geschichte des Naturrechts.




Freitag, 22. Dezember 2017

Frohe Weihnachten

"Der Mensch fiel, aber Gott stieg herab. Erbärmlich ist der Mensch, aber voll Erbarmen kam Gott hernieder. Der Mensch fiel durch Stolz, Gott kam herab in Gnaden." (Thomas von Aquin)

Scholastiker wünscht Ihnen ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest

Dienstag, 12. Dezember 2017

"Die fünf Wege" Thomas von Aquins: 1. Teil: Der Beweis aus der Veränderung der Welt

Mit Erlaubnis des Autors veröffentlichen wir in diesem Blog eine Artikelreihe zu den Gottesbeweisen Thomas von Aquins, die in der theologischen Zeitschrift THEOLOGISCHES erschienen ist. Bisher sind vier Beiträge erschienen. Wir werden diese in den kommenden Tagen und Wochen hier im Blog veröffentlichen.
Wir beginnen heute mit dem ersten Gottesbeweis, dem "Beweis aus der Veränderung in der Welt", wie er auch genannt wird.

Dienstag, 14. November 2017

Die Moral von Amoris Laetitia ist nicht thomistisch



Der folgende Beitrag stammt von Richard A. Spinello, Associate Research Professor am Boston College und Mitglied der Adjunct Faculty am St. John's Seminary in Boston. Der Beitrag erschien in der katholischen Onlinezeitschrift Crisis Magazine, einer der großen katholischen Internetportale der USA.



„In einer offiziellen Ansprache während seines jüngsten Besuchs in Kolumbien bat Papst Franziskus seine jesuitischen Brüder, seine umkämpfte Exhortation über die Ehe zu verteidigen, die nach wie vor von Unklarheiten und heftiger Unbestimmtheit heimgesucht werden. In seinem kurzen Diskurs hat der Papst auch Thomas von Aquin in dieses Unternehmen einbezogen, indem er auf die thomistischen Eigenschaften von Amoris Laetitia beharrte. Er legte dar, wie „die Moraltheologie von Amoris Laetitia thomistisch ist, die Moral des großen Thomas“ und stellte diese Moral der auf Kasuistik basierenden, strengeren Moraltheologie gegenüber. Und in einem ziemlich rauen Ton beschuldigte er diejenigen, die seine Exhortation kritisierten, eine „rein kasuistische“ Herangehensweise an die moralische Argumentation zu haben.

Montag, 6. November 2017

Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit?

Ein Gastbeitrag von Edward Feser

Der folgende Blogpost wurde übernommen vom Blog edwardfeser.blogspot.com, dem Blog des Philosophen und wohl bekanntesten amerikanischen analytischen Thomisten Edward Feser, Professor für Philosophie am Pasadena City College in Kalifornien. Der Beitrag ist eine hervorragende kritische Auseinandersetzung – oder sollte ich sagen, Abrechnung? – mit den Idealen der Französischen Revolution aus naturrechtlicher Sicht. Scholastiker hat diesen Blogbeitrag übersetzt um ihn den deutschen Lesern leichter zugänglich zu machen.


„Oben abgebildet sind die Ideale der Französischen Revolution und der modernen Welt im Allgemeinen - Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Man beachte sorgfältig, wie sie ihre Hauptattribute zeigen. Die Freiheit gibt sich frei ihren Wünschen hin. Gleichheit teilt, was sie hat. Brüderlichkeit sieht mit brüderlicher Sorge zu. Und sie sind alle Idioten.

Donnerstag, 26. Oktober 2017

Neue Bücher von Edward Feser: Die Todesstrafe



Der wohl bekannteste analytische Thomist der USA, Edward Feser, Associate Professor für Philosophie am Pasadena City College in Pasadena in Kalifornien, hat in diesem Jahr bereits zwei neue Bücher veröffentlicht. Soeben ist erschienen sein Buch „Five Proofs of the Existence of God“, ein Buch zu verschiedenen Gottesbeweisen, die aber nicht identisch sind mit den „fünf Wegen“ Thomas von Aquins. Vor einigen Monaten erschien ein Buch, dass ich in einem kurzen Blogbeitrag erwähnt habe und die naturrechtliche Auffassung zur Todesstrafe verteidigt. Dieses Buch wurde zusammen mit Joseph M. Bessette geschrieben, einem führenden amerikanischen Juristen und Professor für Government und Ethik. Ich möchte dieses Buch hier kurz vorstellen und seine zentralen Thesen darlegen. In Europa findet die Todesstrafe eine tiefe und radikale Ablehnung, anders als in den USA und man kann der Auffassung sein, dass eine Diskussion dieses Themas zumindest überflüssig, wenn nicht schädlich ist für die Debatte um das Naturrecht. Doch dem würden die beiden Autoren entschieden widersprechen.

Freitag, 29. September 2017

DGPhil-Kongress 2017: Ein Bericht



In dieser Woche fand in Berlin von Sonntag bis zum gestrigen Donnerstag der 24. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Philosophie statt. Diese philosophische Gesellschaft ist die mit Abstand größte in Deutschland mit etwa 2.200 Mitgliedern, gefolgt von der GAP, der Gesellschaft für analytische Philosophie mit derzeit etwa 1.200 Mitgliedern. Die DGPhil ist allerdings zugleich ein Dachverband für verschiedene philosophische Fachgesellschaften. Der Kongress an der Berliner Humboldt Universität war alles in allem erfreulich, denn er hat gezeigt, dass der Neoaristotelismus vor allem bei jüngeren Philosophinnen und Philosophen allmählich Anklang findet.

Freitag, 1. September 2017

Ein strenger erkenntnistheoretischer Realismus



Es ist Urlaubszeit und da hat der Scholastiker das Blog etwas vernachlässigt. Hinzu kommt dann noch, dass ich in der vergangenen Woche auf einem internationalen Philosophiekongress in München war. Es war der Kongress der European Society for Analytic Philosophy mit 700 Teilnehmern und fast 500 Vorträgen. Trotz dieser gewaltigen Menge an Vorträgen gab es nur etwa zwei oder drei Vorträge, die einen Bezug zur aristotelisch-scholastischen Philosophie erkennen ließen. Dies bestätigte meine Vermutung, dass die europäische Philosophie etwa 10 Jahre hinter der amerikanischen Philosophie zurückbleibt.
In den USA erscheint monatlich mindestens eine systematische philosophische Studie auf der Grundlage der aristotelisch-thomistischen Philosophie, in Deutschland – keine einzige. Heute möchte ich Ihnen ein weiteres, bereits erwähntes Buch vorstellen, das ich für eines der besten Neuerscheinungen aus dem Bereich des analytischen Thomismus in den letzten 10 Jahre halte: Anthony Lisska: Aquinas‘s Theory of Perception.