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Sonntag, 24. März 2013

Die ersten erkenntnistheoretischen Prinzipien


Woraus besteht unser Wissen? Die Antwort auf diese Frage recht einfach: „Unsere Erkenntnis besteht aus mit einander verbundenen und koordinierten Urteilen. Das fortschreitende Leben des Geistes bewegt sich durch regulären Prozess in dem Urteile auf Grund anderer Urteile gebildet werden, so dass die Urteile die Haupt- und Zentralakte des Geistes sind“. (Maurice de Wulf: The System of Thomas Aquinas, Dover 1959, Neuauflage Editiones scholasticae 2012, S. 26).  Anders gesagt, besteht alles Wissen in bestimmten Aussagen, Sätzen oder Propositionen, die miteinander verbunden sind. Nun gibt es, nach aristotelisch-scholastischer Auffassung aber bestimmte Aussagen, die sich von der großen Masse der Aussagen unterscheiden. Diese Aussagen liegen sowohl der psychologischen Entwicklung, als auch die erkenntnistheoretischen und logische Entwicklung zugrunde. Sie werden in der Philosophie der Scholastik als erste Prinzipien bezeichnen, weil sie jede andere Aussage und damit jedes Wissen bestimmen.

Samstag, 2. März 2013

These 13: Organische und anorganische Körper


Das alle materiellen Körper in organische und anorganische eingeteilt werden, ist sicher keine Neuheit. Der Unterschied wird auch durch das Begriffspaar „lebendig“ bzw. „nicht-lebendig, leblos“ beschrieben. Die 13. These der „24 bestätigten Thesen der thomistischen Philosophie“ behauptet nun, dass bei den lebendigen Körpern in ein und demselben Körper (also in einer Pflanze oder einem Tier oder einem Menschen) zwei Teile vorhanden sind, nämlich ein bewegender und ein bewegter Teil. Diese beiden Teile sind charakteristisch für alles Organische, denn organische, lebendige Körper unterscheiden sich von anorganischen Körpern unter anderen dadurch, dass sie einen bewegenden und einen bewegten Teil haben und eben dadurch selbstbeweglich sind. Selbstbeweglich ist etwas, dass nicht nur einen beweglichen Teil hat und daher allenfalls von außen bewegt werden kann, wie der Kieselstein am Rheinufer, sondern auch einen weiteren Teil, der bewegt. Und diesen Teil nennt die thomistische Philosophie (wie schon Aristoteles) die Seele.