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Dienstag, 30. April 2013

Heidegger und die Unmöglichkeit eines Gesprächs


In den vergangenen Wochen war ich durch zahlreiche Verpflichtungen stark in Anspruch genommen und konnte nicht weitere Artikel posten. Am vergangenen Wochenende besuchte ich einen alten Freund, einen Professor für Philosophie, der seit Jahrzehnten der Philosophie Martin Heideggers eng verbunden ist. Da ich ihn wie auch andere Heideggerianer seit längerer Zeit nicht mehr gesprochen hatte, vor allem mit ihnen keine philosophischen Gespräche geführt hatte, war ich zunächst überrascht über die Unmöglichkeit einer philosophischen Auseinandersetzung auf der Grundlage von Argumenten zwischen einem Vertreter der Heidegger-Schule und einem Neoscholastiker (das gleiche würde allerdings auch für einen analytischen Philosophen zutreffen, der versucht mit einem Heideggerianer ins Gespräch zu kommen). Das Problem besteht darin, dass ein Heideggerianer, wie auch andere Hermeneutiker und Transzendentalphilosophen für Argumente nahezu unzugänglich sind.

Samstag, 6. April 2013

Über das Glück


Im Verlag Felix Meiner wurde im vergangenen Jahr die Schrift „Über das Glück / De beatidudine veröffentlicht Es handelt sich um einen Auszug aus der Summa Theologiae und zwar I-II, quaestiones 1-5. Derzeit ist keine andere Übersetzung aus der großen Summa Thomas von Aquins lieferbar und so ist es ein besonderes Verdienst des Verlags, diesen Teil der Summa neu übersetzt herausgegeben zu haben. Das kleine Buch, das in der „Philosophischen Bibliothek“ erschienen ist, wurde mit einer hervorragenden Einleitung von Johannes Brachtendorf  versehen, die in gut verständlicher, klarer und prägnanter Weise in die fünf Questiones des hl. Thomas einführt.

Dienstag, 2. April 2013

Ein Utilitarist über Vergeltung


Nach auch heute noch allgemein verbreiteter Auffassung besteht der Zweck der Strafe für eine Straftat darin, dass diese 1. eine Vergeltung oder Sühne auferlegt, die dem Verbrechen angemessen ist, 2. dass sie dazu führt, dass der Straftäter sich bessert und 3. dass sie eine abschreckende Wirkung auf andere Menschen ausübt. Norbert Hoerster, der vermutlich bekannteste und einflussreichste deutsche Vertreter einer utilitaristischen Ethik bezweifelt in seiner kleinen Schrift „Muss Strafe sein? Positionen der Philosophie“ im Grunde alle drei Kennzeichen der Strafe, allerdings ganz besonders den Sühnecharakter, der in der klassischen Moraltheorie an erster Stelle steht.