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Montag, 19. Januar 2015

Hylemorphismus versus Atomismus

Die antiken Atomisten glaubten, dass man jede Art der Veränderung durch die Anordnung und Neugruppierung fundamentaler Teilchen erklären könne. Nach dieser Auffassung sind ein Hund, ein Baum oder Wasser auf der fundamentalen Ebene ein- und dieselbe Sache, nämlich eine Ansammlung fundamentaler Teilchen. Ihr Unterschied besteht nur darin, dass diese Teilchen unterschiedlich angeordnet sind. Ihre Unterschiede sind demnach nur akzidentell und nicht substanziell und dementsprechend sind auch die fundamentalsten Veränderungen dieser Dinge, wie der Tod des Hundes, die Verbrennung des Baumes und die Zerlegung von Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff keine substanziellen, sondern nur akzidentelle Veränderungen. Der Hylemorphist unterscheidet zwischen akzidenteller Veränderung, wie der Änderung der Farbe des Hundefells oder der Erhitzung von Wasser und substanzieller Veränderung, wie dem Tod des Hundes oder die Zerlegung des Wassers in Wasserstoff und Sauerstoff.

Mittwoch, 7. Januar 2015

Ein Streit zwischen Scholastikern

Bezüglich der Natur der substanzielle Form und der prima materia gibt es zwischen den verschiedenen scholastischen Schulen – Thomisten, Scotisten und der Schule von Suarez – einen Streit. Im Unterschied zu Thomas sind Suarez und Duns Scotus der Auffassung, dass die Urmaterie unabhängig von einer substanziellen Form existieren kann. Die Auseinandersetzung über diese Frage hält bis heute an und die Argumente für die Theorien Duns Scotus‘ und Suarez‘ finden sich in einem Werk, das der Verlag editiones scholasticae vor etwa zwei Jahren neu herausgegeben hat. Hier eine kurze Zusammenfassung der Auseinandersetzung, wie sie sich „Scholastic Metaphysics“ von Edward Feser findet.