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Donnerstag, 4. Januar 2018

Neuerscheinung zum Naturrecht



Eines der besten Bücher der vergangenen Jahre zum Naturrecht ist jetzt in deutscher Übersetzung erschienen. Wie bereits angekündigt, hat der Verlag editiones scholasticae die deutschsprachigen Übersetzungsrechte an dem Buch von John Lawrence Hill: After the Natural Law vom US-amerikanischen Verlag Ignatius Press erworben und das Buch inzwischen übersetzen lassen. Das Buch unter dem Titel Nach dem Naturrecht. Wie die klassische Weltsicht unsere modernen moralischen und politischen Werte fördert ist ab sofort lieferbar. Scholastiker hat das Buch bereits erhalten und ich möchte es Ihnen sehr gerne empfehlen. Das Buch ist gut, verständlich und flüssig geschrieben und informiert nicht nur über die Theorie des Naturrechts, sondern auch über die Geschichte des Naturrechts.








Mir ist derzeit kein besseres Buch zur Einführung in das Naturrecht bekannt und daher freut es mich, dass der Titel nun auf Deutsch, und das auch noch zu einem guten Preis, vorliegt. Seit der Antike war das Naturrecht als ungeschriebenes Recht Grundlage und Maßstab aller europäischen Rechtsordnungen, angefangen vom Römischen Recht bis noch hin zum Grundgesetz. Die Zersetzung des Naturrechts mit Beginn der neuzeitlichen Philosophie wird in dem Buch ausführlich geschildert. Diese Entwicklung hat mehr und mehr zugenommen bis hin zum radikalen Positivismus, der behauptet, dass alles Recht allein und ausschließlich durch den Menschen gesetzt wird. Diese Auffassung ist heute vorherrschend in der EU und in den meisten Ländern der EU, insbesondere auch in Deutschland. Doch genau diese Auffassung liegt auch dem Nationalsozialismus und dem Kommunismus zugrunde und hat letztlich zu hunderten Millionen Toten geführt.



Der Verlag editiones scholasticae schreibt über das Buch: „Die klassische Tradition des Naturrechts entwickelte sich im Laufe von über zweitausend Jahren mit Platon und Aristoteles und gipfelte in Thomas von Aquin im 13. Jahrhundert. Diese Tradition besagt, dass die Welt geordnet, verständlich und gut ist, dass es objektive moralische Wahrheiten gibt, die wir erkennen können, und dass wir Menschen das wahre Glück erreichen können, indem wir unsere angeborene Natur verfolgen, die uns zu unserer eigenen Vervollkommnung führt. Die meisten Ansätze des Naturrechts beruhen auf einem theozentrischen Weltverständnis.



Nach dem Naturrecht folgt der Spur dieser Tradition von Platon und Aristoteles zu Thomas von Aquin und beschreibt, wie und warum moderne Philosophen wie Descartes, Locke und Hobbes begannen, dieses Fundament zu untergraben. Das Buch argumentiert, dass das Naturrecht eine notwendige Grundlage für unsere wichtigsten moralischen und politischen Werte ist – für Freiheit, Menschenrechte, Gleichheit, Verantwortung, Menschenwürde und andere zentrale Werte. Ohne eine Theorie des Naturrechts verlieren diese Werte ihre Kohärenz: Sie ergeben unter den Annahmen der modernen Philosophie buchstäblich keinen Sinn.



Teil I des Buches verfolgt die Entwicklung der Naturrechtstheorie von Platon und Aristoteles bis hin zu Thomas von Aquin. Teil II erforscht, wie moderne Philosophen systematisch die einzige kohärente Grundlage für diese Werte zurückgewiesen haben.  Infolgedessen sind unsere wichtigsten moralischen und politischen Ideale heute unzusammenhängend. Moderne politische und moralische Denker wurden dazu geführt, entweder die Bedeutung solcher Begriffe wie Freiheit oder des moralisch Guten zu verwässern oder diese Ideen ganz aufzugeben. So führt uns die moderne Philosophie und das politische Denken entweder zur Anarchie oder zum Totalitarismus.



Die Schlussfolgerung mit dem Titel „Warum Gott zählt“, zeigt, wie selbst die philosophischen Annahmen des Naturrechts von einem persönlichen Gott abhängen.



In ersten Rezensionen aus den USA heißt es „Das anregende und gelehrte Buch ist ein willkommener Beitrag zur Renaissance der naturrechtlichen Tradition.                     

J. Budziszewski, University of Texas at Austin



Ein Verständnis der moralischen, kulturellen und theologischen Krisen, durch die der Westen jetzt hindurchgeht, erfordert das Überdenken der westlichen Philosophie bis zu ihren Fundamenten und zurück zu ihren historischen Anfängen. John Hills Buch vollbringt das mit bewundernswerter Einsicht, Klarheit und Gründlichkeit.

Edward Feser, Professor für Philosophie, Pasadena City College



Der Autor John Lawrence Hill ist Professor für Verfassungsrecht, Zivilrecht und Rechtphilosophie an der Indiana University in Indianapolis. Er studierte Philosophie und Rechtwissenschaft an der Georgetown University. Hill war früher überzeugter Atheist und fand im Jahre 2009 zur katholischen Kirche.



Hier ein Überblick über das Inhaltsverzeichnis:



Inhalt





Einführung



Teil I: Die klassische Weltanschauung



1. Die ersten Materialisten

               Die Ursprünge der westlichen Philosophie

Materialismus

Die moralischen und politischen Konsequenzen

des frühen Materialismus

Das Verhängnis des Materialismus



2. Die klassische Weltanschauung vor dem Christentum

Platons teleologische Weltanschauung

Naturalisierte Teleologie: Aristoteles

Aristoteles‘ ethische Philosophie:

Teleologie und Tugendethik

Die Stoa: Die Ursprünge des Naturrechts



3. Thomas von Aquin und das Naturrecht

Die Grenzen der (griechischen) Philosophie

Thomas von Aquin: Christentum trifft Aristoteles

Thomas von Aquins ethische Theorie

Das Naturrecht

Naturrecht und das Dilemma der

moralischen Verpflichtung

Drei Einwände gegen das Naturrecht

Schlussfolgerung



4. Die klassische Konzeption der Person

Einleitung: Die Signifikanz des Selbst

Die materialistischen und platonischen Theorien der Seele

Die hylemorphistische Theorie der Person

Augustinus und der freie Wille

Thomas von Aquins Theorie der Entscheidung

Die Sorge des Selbst: Moralische Tugend

und die psychologische Integration der Person



Teil II. Die moralischen und politischen Konsequenzen des Verfalls der

klassischen Weltanschauung



5. Die Geburt der Neuzeit: Vier bahnbrechende Denker

William von Ockham und der Aufgang des Nominalismus

Descartes: Zwischen zwei Welten

John Locke und der Untergang des Naturrechts

Thomas Hobbes: Die Wiedergeburt des Materialismus



6. Das Problem des verschwindenden Selbst

Der Dualismus und sein Unbehagen:

Descartes und die rationalistische Tradition

Auflösung der Substanz der Person:

Locke, Hume und die empiristische Tradition

Von der geistigen Seele zum säkularen Selbst

Auflösung des säkularen Selbst

Das Selbst in der modernen Psychologie

Der Triumpf der Materialismus?

Schlussfolgerung



7. Handeln ohne freien Willen

Gebrochene Maschinen

Die klassische Theorie der Freiheit, der Verantwortung

und der Bestrafung

Der Niedergang des freien Willens im modernen Denken

Indeterminismus

Verschrottung von Freiheit und Verantwortung: Hartes Determinismus

Freiheit und Verantwortung neu definieren:

Weicher Determinismus

Schlussfolgerungen





8. Der Zerfall der moralischen Wahrheit und die

Auflösung des Gesetzes

Naturrecht ohne Teleologie

Moralische Objektivität ohne Naturrecht:

Der Utilitarismus

Einige Probleme des Utilitarismus

Kantische Moral

Das Abgleiten in den moralischen Subjektivismus

Der Triumpf des Nihilismus

Die Trennung von Recht und Moral

Schlussfolgerung



9. Die verlorenen Grundlagen unserer moralischen und politischen Ideale

Freiheit und Naturrecht

Freier Wille und Freiheit

Verantwortung

Menschliche Würde



Schlussfolgerungen

Danksagung

Bibliographie

Index





Zum Schluss die bibliographischen Daten (das Buch ist in jeder Buchhandlung und auch in allen Online-Buchhandlungen z.B. bei Amazon.de erhältlich.



Das Buch kann auch bei über 70 Portalen als eBook zu einem noch günstigeren Preis erworben werden. Derzeit noch nicht bei Amazon.de, aber auch dort wird es in Kürze als eBook vorliegen.





Wie die klassische Weltsicht unsere modernen moralischen und politischen Werte fördert

Übersetzung aus dem Amerikanischen von Rafael Hüntelmann

ISBN 978-3-86838-206-8

ISBN eBook: 978-3-86838-207-5 (EUR 17,99)

325 Seiten, Paperback, EUR 27,90


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